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Südtor und Beilin: das Gelehrtenviertel

Mauerzeit · steles & scholars

Treten Sie durch Yongningmen (永宁门, Yǒngníngmén) aus der Mauer — das Südtor, das prächtigste der Ming-Eingänge —, und Sie landen in dem Viertel, das seit tausend Jahren das Kulturgeschäft der Stadt besorgt. Das ist Beilin (碑林, Bēilín), benannt nach dem «Wald der Stelen»: dem Museum des Steilenwalds (碑林博物馆, Bēilín Bówùguǎn), wo der Kanon der chinesischen Kalligrafie in Stein gemeißelt sitzt, von konfuzianischen Klassikern bis zur nestorianischen Stele, die 781 n. Chr. die erste Ankunft des Christentums in China festhielt.

Schon der Zugang ist die Reise wert. Shuyuanmen (书院门, Shūyuànmén), die alte Gelehrtenstraße, verläuft vom Südtor zum Museum unter Ming-Traufen, gesäumt von Pinselverkäufern, Siegelschneidern und Papierläden — die einzige Straße in Xi'an, in der das Souvenir ein Handwerk ist und kein Kühlschrankmagnet. Darum breitet sich ein Geflecht alter Gassen, das die Reiseführer meist auslassen: die Cafés und Bars der Defu-Gasse (德福巷, Défú Xiàng) in grau-backsteinen Höfen, die Teehäuser der Xiangzi-Tempel-Straße (湘子庙街, Xiāngzǐmiào Jiē) und die Shuncheng-Gasse (顺城巷, Shùnchéng Xiàng), die dem Fuß der Mauer selbst folgt — der beliebteste Feierabendspaziergang der Stadt, gesäumt von kleinen Bars und Grill.

Der zweite Akt des Viertels sind zwei kostenlose, unterschätzte Stätten an seiner Westkante. Die Kleine Wildgans-Pagode (小雁塔, Xiǎoyàntǎ) steht im ruhigeren von Xi'ans zwei großen Tang-Tempel-Anlagen, mit dem Xi'an-Museum zu ihren Füßen — das Historische Museum Shaanxi ohne Schlangen oder Ticketgedränge. Zehn Gehminuten nördlich versteckt sich in den Gassen der Wuxing-Straße (五星街, Wǔxīng Jiē) eine 300 Jahre alte katholische Kirche, ganz chinesische Dachlinien auf dem Grundriss einer römischen Basilika — eines der seltsamsten und fotogensten Gebäude der Stadt. Gleich jenseits der Südostecke der Mauer macht der Xingqing-Palast-Park (兴庆宫, Xīngqìng Gōng) aus dem Privatpalast des Tang-Kaisers Xuanzong den Morgensportplatz des Viertels.

Die Verkehrsmittel könnten nicht einfacher sein: die Linie 2 verläuft die Wirbelsäule des Viertels hinab, mit der Station Yongningmen am Tor und Nanshaomen (南稍门) eine Station südlich für die Kleine Pagode — und Linie 2 bringt Sie auch direkt zum Bahnhof Xi'an Nord für die Hochgeschwindigkeitszüge. Linie 6 streift die Südostecke nach Xingqing. Alles oben Beschriebene liegt innerhalb von 25 Gehminuten, weshalb unser Guide zur Unterkunftswahl dies die Kenner-Basis nennt.

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Wo Sie in diesem Viertel übernachten

Wenn die Altstadt innerhalb der Mauer die bequeme Antwort ist, ist Südtor & Beilin die charmante — dieselbe Zu-Fuß-zu-allem Praktikabilität, halb so viel Neon. Sie wachen zur Mauer vor dem Fenster auf statt zu einer Einkaufsstraße, und die Gassen um Shuyuanmen und die Defu-Gasse liefern die Café-und-Weinbar-Textur, die dem Inneren der Mauer im engeren Sinn weitgehend fehlt.

Der Bestand teilt sich dreifach. Entlang der Mauer und dem Südtor-Platz stehen einige der besten Fünf-Sterne- und Designhotels der Stadt — Mauerblicke, zu allem zu Fuß, entsprechend bepreist. Das Raster südlich des Tors um Nanshaomen ist solides Mittelklasse-Territorium: zuverlässige Ketten, Metro an der Ecke, besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als innerhalb der Mauer. Und in den Gassen nahe Shuyuanmen und der Xiangzi-Tempel-Straße verbergen sich die charaktervollsten Guesthouses und Hostels der Stadt — Höfe, Dachterrassen unter den Wehrgängen, die Rucksacktour-Klassiker.

Ein praktischer Hinweis: jedes Hotel in China meldet ausländische Gäste beim Check-in gegen den Reisepass. Wenn Sie frühe Abfahrten im Hochgeschwindigkeitszug planen, denken Sie daran, dass Linie 2 von Nanshaomen direkt zum Bahnhof Xi'an Nord fährt — Sie können in der hübschesten Ecke der Altstadt übernachten und trotzdem einen 7-Uhr-Zug erreichen. Unser Hotels-Guide behandelt Buchungsplattformen und Registrierung im Detail.

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